Hirschkäfer

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) ist der größte europäische Käfer und gehört zur Familie der Schröter (Lucanidae).

Die Männchen erreichen eine Größe bis zu 7,5 cm, die Weibchen sind zwischen 3,0 und 5 cm groß. Kopf und Halsschild sind schwarz. Die Mandibeln (obere Mundwerkzeuge) und Flügeldecken schimmern aufgrund ihrer besonderen Innenstruktur, durch Lichteinfall verstärkt, rotbraun bis rötlich.

Beim Männchen sind die Mandibeln zu geweihartigen Zangen umgebildet und dienen als Waffe bei Rivalenkämpfen und zum Fangen der Weibchen. Die kleinen, bis 0,5 cm langen Mandibeln des Weibchens werden als Schneidewerkzeug beim Anritzen von Baumrinde und zur Brutstellenvorbereitung eingesetzt.

Hirschkäfer können enorme Größenunterschiede aufweisen. Neben einem genetischen Einfluss können auch die Qualität des Nahrungssubstrates und die Menge sowie Störungen der Larven Gründe für die Größe der Hirschkäfer sein. Die Größe des einzelnen Käfers hat Einfluss auf sein Fortpflanzungsverhalten, wobei der Erfolg auch vom passenden Größenverhältnis zum gewählten Partner bestimmt wird.Interessant dabei ist, dass die Männchen mit mittlerer Größe am Erfolgreichsten bei der Paarung sind.

Die Hirschkäfer gelten nach der Roten Liste Deutschland als „stark gefährdet“ und sind europaweit von gemeinschaftlichem Interesse (Anhang II, FFH-Richtlinie).